Kaum eine Gemeinde lässt es sich nehmen; das traditionelle Osterfeuer. Als Fest zum Vertreiben des Winters gedacht und in einigen Regionen oft ergänzt um eine zu verbrennende Strohpuppe als Symbol der Judas- oder Hexenverbrennung. Kein Symbol sollte hingegen die Verbrennung von Tieren im Osterfeuer sein. Diese verstecken und nisten gerade jetzt in der Brut-und Setzzeit oft in dem schon Wochen vor dem Osterfeuer aufgeschichteten Holz. So finden Kröten, Kleinvögel, Igel, Kaninchen, Mäuse oder Wiesel ihren qualvollen Tod im Feuer.
Um so wichtiger ist es, die bereits oft seit vielen Wochen aufgeschichteten Holzberge für das Osterfeuer rechtzeitig umzuschichten und den Tieren danach kurz Zeit zu geben, flüchten zu können. Die schiere Größe mancher Holzberge macht ein Umschichten des Holzes allerdings leider immer öfter schwierig bis unmöglich.

Auch in Westergellersen wird das Osterfeuer von Jahr zu Jahr immer größer. Viele Bürger*innen Westergellersens haben uns darauf angesprochen und wünschen sich einen umsichtigeren Umgang mit diesem Brauch und ein deutlich kleineres Feuer. Das Holz erst kurz vor dem Feuer aufzuschichten, sowie das ges. Feuer wieder etwas kleiner werden zu lassen und dann an dem Abend das Holz nachzulegen, könnte eine Möglichkeit sein.
Unabhängig vom eigentlichen Osterfeuer wäre eine Idee, am Rande des Feuerplatzes für die Tiere sog. wilde Holzhaufen und Benjes Hecken mit einem Teil des Holzes für das ganze Jahr über anzulegen. So betreibt man auch langfristig Tierschutz und Artenerhaltung.
Es geht trotz der an dem Abend hohen Feinstaub-und CO2 Belastung nicht darum, Osterfeuer zu verbieten. Eine schöne Tradition, bei der sich Menschen treffen und gut gelaunt bei Speis und Trank zusammenkommen, ist gerade in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Wir wünschen uns lediglich eine umsichtigere Planung von Osterfeuern, damit zukünftig mit gutem Gewissen und unter entsprechenden Tierschutzaspekten die Osterfeuer stattfinden können.
Oliver Kraemer – Ratsherr Westergellersen
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