Gelungener Start des Ausschusses für Integration

Punkt 19 Uhr eröffnete der Ausschussvorsitzende Hardy Glodzei die erste Sitzung des neu gebildeten Ausschusses für Integration vor ungewohnt großem Publikum. Neben den Ausschussmitgliedern waren rund zwanzig Interessierte, darunter auch zwei Flüchtlinge gekommen, um dem neuen Gremium bei der Aufnahme seiner Arbeit beizuwohnen.

Es hatte im Vorfeld vor allem bei der Opposition, aber auch beim Samtgemeindebürgermeister Zweifel gegeben, ob dieser Ausschuss überhaupt notwendig sei, ob er nicht in Konkurrenz zum Runden Tisch stehe. Diesen Zahn konnte der Ausschussvorsitzende gleich in seiner Eingangsbemerkung ziehen:

Hardy Glodzei

Ausschussvorsitzender Hardy Glodzei

“Die Flüchtlingsthemen der Samtgemeinde werden zurzeit nahezu ausschließlich im nicht öffentlichen SGA behandelt. Allein schon unser Wunsch nach Transparenz und Öffentlichkeitsbeteiligung rechtfertigt einen öffentlichen Bereich zur Behandlung des Themas,” erklärte Hardy Glodzei und bot Zielsetzungen der Ausschussarbeit an:

“Nach der Aufnahme der Flüchtlinge steht nun die Integration an. Integrationsziele unserer Samtgemeinde können das  Vermitteln der deutschen Sprache und die Integration von Flüchtlingen in die Dorfgemeinschaften, aber auch die Integration und Vorbereitung von Flüchtlingen auf den Arbeitsmarkt und letztlich auch die Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge während der untätigen Phase.”

Josef Röttgers

Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers

Josef Röttgers sagte trotz seiner anfänglichen Skepsis zu, die Arbeit des Ausschusses “nach Kräften zu unterstützen” und tat das auch durch ausführliche Antworten auf Fragen aus dem Rat und der anwesenden Bürger. Ausschussvorsitzender Glodzei hatte zu Beginn angekündigt, dass er die Einwohnerfragestunde, die üblicherweise am Anfang der Tagesordnung steht, zu allen Tagesordnungspunkten wieder öffnen werde. Das nahm das Publikum dankend an.

Arndt Conrad

Ordnungsamtsleiter Arndt Conrad

Wichtigster Protagonist war an diesem Abend aber Ordnungsamtsleiter Andt Conrad, der eloquent und faktenfest den Stand der Dinge präsentierte und auf viele Fragen detaillierte Antworten wusste. Auf die Zuweisungen neuer Flüchtlinge, die in 2016 erwartet werden, sei Gellersen bestens vorbereitet. Die Verwaltung geht derzeit von insgesamt 300 Flüchtlingen aus, die zum Jahresende 2016 in Gellersen untergebracht sein werden. “Das schaffen wir,” warf Röttgers unter Applaus ein.

Klar wurde an diesem Abend auch, dass die üppigen Kredite, die für die Beschaffung von Unterkünften nötig waren, mitnichten zu einer Überschuldung führen, sondern in Wahrheit die kommenden Haushalte praktisch nicht belasten, weil den Ausgaben für den Schuldendienst auch entsprechende Einnahmen gegenüberstehen.

“Vom Landkreis erhalten wir für jeden untergebrachten Flüchtling eine monatliche Pauschale,” erläutert der Samtgemeindebürgermeister. “Bei den gemieteten Objekten ist das kostendeckend, bei den gekauften Objekten -solange sie belegt sind- auch. Allerdings ist die Samtgemeinde dadurch auch Eigentümerin der Immobilien, die wir -wenn wir sie irgendwann nicht mehr benötigen- auch wieder verkaufen können.” Es ist unwahrscheinlich, dass das für eine Samtgemeinde in einem Zuzugsgebiet ein Verlustgeschäft wird.

Nach etwas mehr als zwei Stunden endete die erste Sitzung des Integrationsausschusses. Hardy Glodzei hatte bereits zur Einwohnerfragestunde angekündigt, dass er und einige Kollegen gern noch eine Viertel- oder halbe Stunde für Fragen und Gespräche zur Verfügung stünden. Davon machten einige Besucher gern Gebrauch.

Ein guter Abend für die Integration.

Fraktionssprecher im Reppenstedter Gemeinderat

1 Kommentar

  1. Hardy Glodzei

    Besonders gefreut habe ich mich über das durchweg positive Feedback der Gäste direkt im Anschluss an den Ausschuss. Wenn Politik derart offen und interaktiv gestaltet wird, macht es vielen Spaß, auch zukünftig an derartigen Veranstaltungen teilzunehmen.
    Vielleicht ist diese Art der Ausschussmoderation tatsächlich ein geeignetes Mittel, etwas gegen die allgemeine Politikverdrossenheit zu tun.
    Ich freue mich schon auf den nächsten Termin Anfang März.

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