“Diese Variante kommt nicht”

Die Informationsveranstaltung der Gemeinde Reppenstedt zu Streckenbauplänen der Bahn war trotz strömenden Regens gut besucht von rund 150 Bürgerinnen und Bürgern und mit Julia Verlinden, Jakob Blankenburg, Detlev Schulz-Hendel und Phillip Meyn je zwei Abgeordneten aus Bundes- und Landtag. Beginnend mit Gemeindedirektor Steffen Gärtner waren sich die Redner einig: “Dies ist nicht die verkehrlich beste Variante”.

v.l.n.r.: Phillip Meyn MdL, Jakob Blankenburg MdB, Steffen Gärtner, Detlev Schulz-Hendel MdL, Julia Verlinden MdB

Noch deutlicher konnte man das in vielen Gesprächen am Rande der Veranstaltung hören. “Diese Variante kommt ganz sicher nicht,” hieß es so oder sinngemäß von verschiedenen Expert*innen aus Verbänden und Verwaltungen. Die Taktik der Bahn scheint ein klassisches “Teile und herrsche” zu sein: Mit dem Ziel, regionale Proteste (“Raumwiderstand”) zu zersplittern, werden wildeste Pläne präsentiert, damit dann in Ruhe der ursprünglich geplante durchgezogen werden kann.

Schade nur, dass in Reppenstedt Neubürger*innen verunsichert werden, die sich im Baugebiet Schnellenberger Weg niederlassen wollen. Der angeblich ernstgemeinte Plan der Bahn führte die Strecke nämlich durch zahlreiche Vorgärten und mitten durch die Kita. Die “Planer*innen” hatten wohl schlicht nicht beachtet, dass hier gerade gebaut wird. Peinlich.

Detlev Schulz-Hendel, Fraktionssprecher der Grünen im Niedersächsischen Landtag

Wie auch immer diese Planvariante zustande gekommen ist, sie ist eine von vieren, die die Bahn in diesen Tagen der Politik in Berlin vorlegen will. Und sie ist mit Abstand die unwahrscheinlichste. Die Spitzen aus Landkreis- und Kommunen, sowie die regionalen Abgeordneten hatten bereits im September einen Brief an den Bundesverkehrsminister verfasst und mit einem Raumordnungsverfahren eine fachlich fundierte Suche nach der verkehrlich besten und wirtschaftlichsten Trassenführung gefordert.

Denn das St. Florians-Pinzip (“bloß nicht hier!”) wollte heute auch keiner der Redner. “Wenn aus so einem Verfahren herauskommt, dass diese Strecke hier die beste ist, werden wir das auch so akzeptieren,” sagte der SPD Bundestagsabgeordnete Jakob Blankenburg. Dann bliebe uns tatsächlich auch nichts anderes mehr übrig.

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