Deutsch vom ersten Tag an

Der Schlüssel zur Integration ist die Sprache. Das gilt mittlerweile als Binsenweisheit und ist trotzdem noch nicht überall angekommen. Integrationskurse sind erst mit einem Aufenthaltstitel zu haben; die Monate, manchmal Jahre bis dahin sollen lernwillige Flüchtlinge untätig vertändeln.

Inzwischen gibt es von verschiedenen Ministerien unterschiedliche Programme, die auch Einstiegskurse finanzieren. Allerdings nur für bestimmte Flüchtlingsgruppen, für die eine “gute Bleibeperspektive” angenommen wird und nach deren Prüfung.

Frauke Czerwenka im Unterricht

Frauke Czerwenka im Unterricht

Es gibt Menschen, die sich das nicht einfach angucken mögen, die handeln. Ehrenamtlich. In Gellersen werden mittlerweile an vier Standorten Deutschkurse für Flüchtlinge angeboten. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos und steht allen Flüchtlingen vom ersten Tag an offen.

Johanna Klein und Frauke Czerwenka unterrichten in der “Schule im Wohnzimmer”, also direkt in der Unterkunft. Das kommt vor allem denen zugute, die nicht so mobil sind, z. B. jungen Eltern. Selbst ein Computerkurs gehört zum Angebot.

Der erste Spracherwerb kann aber nicht dauerhaft allein von Ehrenamtlichen bestritten werden. Die Bundesregierung muss sich endlich bewegen und dem vieldiskutierten “Wir schaffen das” auch mal Taten folgen lassen.

Johanna Klein, grüne Spitzenkandidatin für den Samtgemeinderat in Gellersen: “Es ist unbedingt notwendig, dass die Flüchtlinge vom ersten Tag an Deutschunterricht bekommen und dass dieser Unterricht richtig bezahlt wird. Nur dann ist gewährleistet, dass die Integration der Flüchtlinge zu einer Erfolgsgeschichte für beide Seiten wird.”

Fraktionssprecher im Reppenstedter Gemeinderat

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