Die Ereigniswaldfläche in Reppenstedt nach dem Glyphosateinsatz

Mit Glyphosat zum Ereigniswald :-(

Gegen den Widerstand der Grünen hat der Bau- Umwelt- und Verkehrsausschusses des Rates Reppenstedt bereits im Juni beschlossen, die Fläche für den lange geplanten Ereigniswald mit einem Totalherbizid freizuräumen. Eine konventionelle (mechanische) Entfernung unerwünschten Bewuchses wäre zwar auch möglich gewesen, hätte aber wohl dazu geführt, dass für dieses SPD-Prestigeprojekt (zu dem auch wir Grünen grundsätzlich stehen) keine Bäume mehr in diesem Jahr hätten gepflanzt werden können.

Ratsherr Jürgen Kopp

Jürgen Kopp und Mark Stark, beide für die Grünen im zuständigen Umweltausschuss, kämpften in der Sitzung auf einsamem Posten. Der Einsatz von Herbiziden sei unverhältnismäßig und die Fläche könne auch auf konventionelle Weise von Quecke und Jakobskreuzkraut befreit werden, erklärte Jürgen für die Grünen. „Das Projekt dümpelt bereits seit Jahren vor sich hin und jetzt soll es plötzlich mit dem Einsatz von Herbiziden beschleunigt werden. Dabei könnte die Fläche bei intensiver Bearbeitung bereits Ende des Jahres ganz ohne Herbizide nutzbar sein.“

Dieselbe Fläche im Juni vor der Behandlung

Vergebens. Für die SPD lässt Jens Ehlers die Sitzung kurz unterbrechen, um sich mit seiner Fraktion und der CDU abzusprechen. Dann fällt das Urteil: „Ausschussmitglied Cornelia Bonin teilt mit, dass sich die Gruppe in der Unterbrechung besprochen hat und aufgrund des Jakobskreuzkrautes gespritzt werden sollte. Die ersten Pflanzungen sollen dann im Herbst erfolgen,“ heißt es im Protokoll. Traurig.

Fast schon zynisch wirkt die Begründung der Verwaltung für den Glyphosateinsatz: Ein avifaunistisches (vogelkundliches) Gutachten zur Änderung des Flächennutzungsplanes sei als Grundlage für die Umsetzung des Ereigniswaldes anzusehen. In diesem Gutachten würde auf die Lerchenarten hingewiesen, für die potentielle Lebensräume geschaffen werden müssten. Der Landkreis Lüneburg halte dafür die Schaffung einer Blumenwiese mit heimischen Kräutern für erforderlich. Dadurch würde nicht nur für die Lerchen, sondern auch für Insekten und andere Tiere potentieller Lebensraum geschaffen werden.

Die Denkweise, dass das nur mit der Chemiekeule zu schaffen sei, ist uns Grünen fremd. Den anderen nicht. So viel zum Thema: „Umwelt machen ja inzwischen alle Parteien.“

Vorstandssprecher

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1 Kommentar

  1. Ike

    Mit Glyphosat zum Ereigniswald:
    DAS IST VORSÄTZLICHE GEMEINGEFÄHRLICHE KÖRPERVERLETZUNG AN MUTTER NATUR!!!! Und alle daran beteiligten gehören deswegen in den Knast!!! Man, bin ich wütend….!!!!! Wie kann man nur SO DUMM sein, so etwas zu tun?????